Newsblog

Juli 2011

Infostand im animal store

Am Samstag, 02. Juli 2011 von 10:00 bis 15:00 Uhr findet Ihr uns bei
the animal store
Mittelstraße 21
42799 Leichlingen

Hier könnt Ihr Euch über uns und unsere Arbeit informieren und Euch kostenlos rund um das Thema Hund beraten lassen!

Juni 2011

Liebe Hundefans,

wer uns und unseren Hund kennt, weiß, dass wir noch nicht bereit für einen Zweithund sind. Was nicht heißt, dass wir nicht darüber nachdenken! Noch ein Aussie? Falls nicht - welche Rasse dann? Muss es überhaupt ein Rassehund sein? Ein Kind der Liebe? Ein Hund aus dem Tierschutz? Fragen über Fragen…

Aus aktuellem Anlass fragen wir uns, ob es nicht auch sinnvoll sein könnte, den Schwerpunkt auf die Auswahl eines Züchters in der Nähe zu legen. Sofern die Rasse / der Mix denn einigermaßen passt. Lebt der (sagen wir) "Besitzer der Mutterhündin" (nicht jeder "züchtet" ja, weil er das geplant hatte…) in der Nähe, kann ich "meinen" Welpen von Anfang an auf mich prägen. Ich bekomme nicht den Hund, "der gleich auf mich zugerannt kam" und auch nicht den, den der Züchter "noch übrig" hatte. Stattdessen kann ich meinen zukünftigen "Lebenspartner" in Ruhe kennen lernen. Ich kann den Hund nehmen, bei dem die Chemie stimmt - nicht den, den ich mir anhand Foto im Internet ausgesucht habe.

"Aktueller Anlass" ist die Tatsache, dass wir derzeit einen Wurf von Kurzhaarcollies betreuen, die sozusagen "um die Ecke" wohnen. Wir kennen "Mama" und "Oma" aus regelmäßigen Begegnungen. Die "Frauen" in der Familie haben wir als freundliche und friedfertige Hunde kennen gelernt. Bei den Welpen bleiben keine Wünsche offen: Soweit wir bisher sagen können, sind sowohl gelassene "Anfängermodelle", als auch "Charaktere" dabei. Da die Züchterin nicht einfach verkaufen, sondern Ihre Hunde in gute Hände abgeben will, sind noch nicht alle Welpen vergeben. Vielleicht guckt Ihr mal unter www.cm-kurzhaarcollies.de!

Unser Oskar ist übrigens ein gebürtiger Langenfelder!

 

Wie versprochen: Die ersten Sunbrero-Testergebnisse!

Zunächst einmal Dank an Franziska und Anne, die beim Überziehen geholfen haben und das unhandliche Ding sehr viel besser zusammenfalten, als ich das könnte!

Von der Idee, die Folie nur mit den Haken zu befestigen, haben wir uns recht schnell verabschiedet. Das funktioniert vermutlich nur bei Windstille. So oder so ist eine Handvoll Wäscheklammern hilfreich! Wir klemmen die Folie also in die Türen ein und sind sehr gespannt, wie lange sie das mitmacht. Die Kanten reagieren empfindlich auf Zug: Bei aufgespannter Folie mal eben die Heckklappe zu öffnen, empfiehlt sich eher nicht!

ABER: Einmal aufgespannt ist die Wirkung erstaunlich!
Wir haben ohne Hund getestet, das Auto in die pralle Sonne (Außentemperatur ca. 25 Grad Celsius) gestellt und die Temperatur im Innenraum gemessen: Pi x Daumen steigt die Temperatur mit Sunbrero um 1 Grad Celsius pro Stunde. Ohne sind es 4 bis 5 Grad. Unser bisheriges Fazit: Für den kurzen Einkauf um die Ecke ist eine Tiefgarage vermutlich praktischer. Für alle, die Ihre Hunde während des Trainings immer mal im Auto parken müssen, ist der Sunbrero super!

 

Testgelesen haben wir "Hunde würden länger leben, wenn…", Schwarzbuch Tierarzt von Dr. med. vet. Jutta Ziegler.

Hier geht es um die Impfpraxis unserer Tierärzte, um den Einsatz von Medikamenten und Psychopharmaka bei Hunden und Katzen, sowie um ernährungsbedingte Erkrankungen. Hier nimmt die Autorin nicht nur die Futtermittelindustrie und die diversen Spezialfutter unter die Lupe, sondern auch die Verquickung von Tierarztpraxen, Futtermittel- und Pharmaindustrie.
Der Schwerpunkt des Buches liegt mehr auf "lebensnahen" Fallbeispielen denn auf wissenschaftlichen Nachweisen, dafür lässt es sich gut lesen und liefert auf jeden Fall Denkanstöße!

 

Mai 2011

Sunbrero

Schon jetzt geht wieder die Zeit los, in der verantwortungsvolle Hundemenschen die Autofenster viel weiter auflassen, als es ihrem Sicherheitsbedürfnis entspricht, jedes noch so kleine Schattenfleckchen nutzen, mit Decken und Folien hantieren, und sich trotzdem unwohl fühlen, wenn sie ihren Hund im Auto lassen.

Der Sunbrero ist ein Überzug für Autos, der aus einem speziellen Material besteht und diese Probleme lösen soll. Wir haben uns ein solches Teil angeschafft und die Testphase eingeläutet!

Vom Handling her ähnelt der Sunbrero den Überzügen, die man im Winter einsetzen kann: Er wird über das Auto gelegt und mit Haken befestigt. Da die Folie sehr leicht ist, erfordert das Befestigen schon bei leichtem Wind einen gewissen körperlichen Einsatz - man muss schon flink sein um alle Haken zu befestigen bevor sie davonschwebt. Hat man das geschafft, hält sie recht zuverlässig. Zur Not kann man sie auch in die Türen klemmen. Die Folie anschließend wieder auf ein handliches Format zusammenzufalten ist ein Job für Leute, die das auch mit Spannbettlaken schaffen…

Von der Wirkung waren wir bei den ersten Versuchen recht angetan. In der nächsten Zeit werden wir statt Hund zunächst ein Thermometer ins Auto packen und mal schauen, was so passiert. Wir halten Euch auf dem Laufenden!

 

Knabbern

Zu einem Kauartikel, von dem vor allem Oskar total angetan ist, hat uns Renate verholfen: Getrocknete Rinderknie!

Da man hier keinen Röhrenknochen, sondern das Gelenk bekommt, neigen die Knie nicht zum Splittern. Und das Fleisch sitzt offenbar bombenfest! "Knabbern" ist für das, was Oskar damit veranstaltet eigentlich der falsche Begriff.
Er ackert mit vollem Körpereinsatz!

 

Die Düsseltrailer

bei denen wir seit einiger Zeit mittrainieren dürfen, sind - wie alle Mantrailer - immer auf der Suche nach "Opfern":
"Die Suche nach Menschen ist ohne die aktive Hilfe von Menschen leider nicht machbar. Daher sind wir immer auf der Suche nach netten Menschen, die sich für das Training unserer Hunde ins Versteck begeben möchten. Vor allem ist es wichtig damit unsere Hunde auch Spuren in unterschiedlichen Alterungsprozessen üben können. Dies kann auch ein normaler Alltagsgang einer am Thema interessierten Person sein. Wer also Lust hat seine Freizeitbeschäftigung einmal ganz anders zu gestalten, dem bietet unser Training folgendes:

* Frischluft zur Stärkung des Immunsystems garantiert
* Das wohltuende Gefühl gebraucht zu werden
* Entspannung und Zeit für sich in der freien Natur
* Kontakt mit Hunden, wenn man z.B. selber keine halten kann
* Zusammentreffen mit Menschen von netten Teams

Dafür brauchen Sie nur:

* Freude am Zusammensein mit Menschen und Hunden
* Wetterfestigkeit
* Flexible Zeitfenster
* Ein gutes Buch, damit die Zeit im Versteck nicht zu lang wird

Wer also Interesse hat sich hin und wieder als Versteckperson "entlang der Düssel" zur Verfügung zu stellen, kann sich gerne über das Kontaktformular mit uns in Verbindung setzen, damit wir alles weitere absprechen können."
(www.duesseltrailer.de)

 

April 2011

Liebe Hundefans,

we did it!
Wir sind der Barfergemeinde beigetreten.
BARF steht für Biologisch Artgerechte RohFütterung und meint im Englischen soviel wie Kotze… oder "ähem" vorgewürgte Nahrung…
"Geliebäugelt" hatten wir schon ganz lange. Wir kochen regelmäßig, sehr gerne und (so finden wir jedenfalls) ziemlich gut. Wir achten darauf, frische Zutaten zu verwenden, meiden Conveniance-Produkte und E - Nummern und kaufen Fleisch nach Möglichkeit beim Bio-Metzger. Wir sind immer noch Äonen entfernt vom "bewussten Konsumenten", aber wir tun, was wir können. Unseren "besten Freund" mit Futter zu ernähren, welches wir für uns ablehnen würden, ging uns zunehmend quer. Den Ausschlag gaben dann zwei äußerst üble Magen-Darm-Erkrankungen. Wir schätzen unseren Tierarzt sehr! Trotzdem möchten wir lieber in die Gesundheit unseres Hundes investieren, als in die Behandlung seiner Erkrankungen!

Einige Fachbücher und Internet-Foren-Diskussionen später bin ich zu einer Expedition zum Schlachthof Köln aufgebrochen und mit "Material" für gut einen Monat wiedergekommen. Also mit Fleisch. Den Rest - Gemüse, Salat und Obst - bereite ich frisch zu. Okayokayokay - ich matsche sowieso gerne rum! Für mich gehört Gemüseschnibbeln zur Freizeitgestaltung, es beruhigt die Nerven, und einen Esser mehr (ob Mensch oder Hund) kriegt man immer irgendwie satt! Einfach nur, weil es angeblich so gesund ist, würde ich vermutlich nicht barfen. Ich gebe zu, es macht mir Spaß! Den größten Spaß hab ich letztendlich an unserem Hund: Es macht schon einen Unterschied, ob ich das übliche TroFu anbiete, oder die - zugegeben - etwas unappetitliche, für Menschennasen stinkende, aber sehr liebevoll komponierte rohe Ration!

Die segensreichen "Nebenwirkungen" der Rohfütterung können sich nach so kurzer Zeit noch gar nicht bemerkbar machen, das ist mir wohl bewusst. Trotzdem kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass unser Hund auffällig unauffällig wirkt: Er läuft an entspannter Leine, unterlässt Jagdausflüge und übersteht Hundebegegnungen ohne aus der Rolle zu fallen.
Und ich hab ihn noch nicht oft so zufrieden gesehen, wie an dem Tag, als er das Kaninchenfell gerupft und verspeist hatte…

 

Leinenführigkeit

ist der Spiegel der Beziehung zwischen Mensch und Hund!

Wer an der Leine vorangeht, entscheidet nicht nur über Tempo und Richtung, sondern ist auch verantwortlich für die Sicherheit des Teams. Wer vorangeht, sieht, was sich hinter der nächsten Ecke verbirgt, ob es spannend oder gefährlich ist, und muss sich gegebenenfalls der "Gefahr" auch stellen.

Wer vorangeht, wird allerdings nicht an der Leine entschieden. Die Zeit des Spaziergangs an der Leine macht nur einen Bruchteil der Zeit aus, die wir mit unseren Hunden verbringen. Die "Spielregeln" zwischen Mensch und Hund werden jedoch im ganz alltäglichen Zusammenleben "ausgepokert", also genau in der Zeit, die wir Menschen als (trainings)freie Zeit empfinden.

Wie mag unser Hund sich selber sehen?
Glaubt er, dass jedes Klingeln an der Tür ihm gilt? Besteht er darauf, Gäste ausgiebig zu begrüßen? Hält er den Gartenzaun für eine Grenze, die es lautstark zu verteidigen gilt? Rast er mit großem Hallo auf andere Hunde zu? Verbellt er alle und jeden? Nimmt er Raum ein, indem er zum Beispiel genau da liegt, wo man selber eigentlich gerne sitzen würde? Liegt er vorzugsweise mitten im Geschehen, so dass alle um ihn herum oder über ihn hinweg ausweichen müssen? Fordert er Aufmerksamkeit und Zuwendung ein? Trickst er uns geradezu aus?

Wie mag er uns sehen?
Als Führungspersönlichkeiten, an denen man sich ein Beispiel nehmen kann? Als konsequente Erzieher? Als wankelmütige Wesen, die man durch Kopfauflegen und seelenvolle Blicke prima "steuern" kann? Als "Naivchen", die keine Ahnung haben, wie man Territorium und Rudel verteidigt, oder eine vernünftige Jagd anleitet?

Ein Hund, der im alltäglichen Zusammenleben immer wieder erlebt, dass er es ist, der die Initiative ergreift, die Entscheidungen trifft, die Verantwortung übernimmt, kann gar nicht anders, als an der Leine voran zu gehen. Wer soll es denn sonst tun?

Um mal ein Beispiel aus dem menschlichen Leben (dass es sich um ein Bergwanderbeispiel handelt, ist wirklich rein zufällig!) zu bemühen:
Stellt Euch vor, Ihr seid mit einer Wandergruppe in den Bergen unterwegs!
Einer der Teilnehmer kann offensichtlich Karten lesen, ist trittsicher und körperlich fit, hat Bergerfahrung und macht insgesamt einen gelassenen, selbstbewussten Eindruck. Ein anderer Teilnehmer feiert seine Begeisterung für den gemeinsamen Ausflug, stolpert regelmäßig über die eigenen Füße, hat keine regendichte Jacke dabei, kennt aber eine Menge Partyspiele.

Euer Bergführer ist leiderleider in einer Gletscherspalte verschwunden…
Wem von den beiden Wandervögeln würdet Ihr Euch anvertrauen? Na??? Genau! Vermutlich dem, der auch sonst einen kompetenten Eindruck macht!

Lassen wir den also auch in der Gletscherspalte verschwinden!
Bleibt der Mensch mit den Partyspielen… Der sich nun in der Führungsrolle sieht, vollmundig verspricht, alle zu retten und ansonsten darauf besteht, dass seinen Anweisungen Folge zu leisten sei.
Man muss gar kein Hund sein, um hier eine gewisse Widerborstigkeit zu entwickeln, oder?

Aber genau das ist es, was Menschen ihren Hunden abverlangen: Wir dokumentieren regelmäßig, dass wir nicht wirklich wissen, "wie's geht", bestehen aber dennoch darauf, wichtige Situationen zu regeln. Hunde dagegen, tun das Naheliegende: "Wenn sonst keiner führt, tu ich's!". Hier nun setzt der Mensch mit "Training" ein: Sei es das Leckerchen vor der Nase, Richtungswechsel, Leinenruck, Halti, Erziehungsgeschirr, Stachelhalsband - der Mensch stürzt sich mit großem Eifer auf die Symptome! Und hat hier ein breites Betätigungsfeld gefunden: Solange die Ursachen für das Ziehen an der Leine bestehen bleiben, kann man trainieren bis zum Sankt Nimmerleinstag…

 

März 2011

Liebe Hundefans,

wir sehen das Thema "Clicker" nicht ganz so kategorisch, wie Jan Nijboer es tut, finden seine Ansichten dazu aber auf jeden Fall bemerkenswert.
Aus aktuellem Anlass hoffen wir sehr, korrekt zu zitieren!

"Instrumentelle Konditionierung ist eine Konditionierungsform, bei der nicht die Beziehung, sondern das zu konditionierende Zielverhalten im Vordergrund steht, also nicht der soziale Prozess, sondern das Endprodukt der Konditionierung das Entscheidende ist. Nicht der Hund, sondern eher das Konditionieren ist hier das Hobby einiger Menschen. Bei vielen Hundetrainingsformen wird das spontane, von sich aus gezeigte Verhalten des Hundes mit einem Clicker und Futter verstärkt und zusätzlich mit einem Signal verknüpft. Somit entwickelt sich ein Selbstlernprinzip. Das Lernen wird nicht durch den Sozialpartner Mensch initiiert, sondern der Mensch ist lediglich ein Ersatz für Skinners Futterautomaten geworden.

(Burrhus Frederic Skinner, 1904 - 1990, US-amerikanischer Psychologe, prominentester Vertreter des Behaviorismus in den USA. Prägte den Begriff "operante Konditionierung", erfand das sogenannte "programmierte Lernen". Siehe auch: Skinner Box) Quelle: Wikipedia

Schade, denn instrumentelle Konditionierung stuft den Hund auf das Niveau des Selbstlernprinzips aus der Prägephase herunter, welches bereits ab der Sozialisierungsphase weniger relevant ist, als das soziale Lernen. … Der Hund hat bereits gelernt, das Clickergeräusch mit der danach folgenden Leckerligabe zu verknüpfen. Der Hundebesitzer beobachtet seinen Hund und sieht, dass dieser sich seine Schnauze mit der Pfote reibt. Da der Besitzer dieses Verhalten witzig findet, setzt er den Clicker ein. Der Hund schaut direkt auf die Hand des Besitzers, woraus er ein Leckerli erhält. Danach zeigt der Hund seine ganze Trickkiste, wie "Rolle", "Männchen machen", "Verbeugen" etc., um zu sehen, ob ein weiteres Leckerchen folgt. Während seiner "Trickkistennummer" reibt er sich auch mit der Pfote wieder über die Nase und hört wieder ein "Klick". In einer späteren Phase wird das verbale Signal "Schäm dich" hinzugefügt und somit mitverknüpft. So werden auch andere Signale wie Sitzen, Sich-Hinlegen, Bei-Fuß-Gehen mit einem sogenannten Target-Stick (Stock) erlernt. …

Der Begriff "Instrumentelle Konditionierung" passt sehr gut zu dem oben beschriebenen Konditionierungsprinzip. Hierbei wird der Hund durch den Besitzer instrumentalisiert, denn es ist nicht sein Vergnügen, sich pausenlos die Nase zu reiben, sondern lediglich der Mensch findet dies witzig. Dem Hund geht es nur um das Leckerli. Er wird für erbrachte Leistung bezahlt. Er erlebt keinen Spaß an den Aktivitäten, obwohl er aus Frustration sehr aufgedreht sein kann. So hat man eine Geschäftsbeziehung zu seinem Hund aufgebaut. Diese meiner Meinung nach ethisch nicht vertretbare Umgangsform mit dem sozial intelligenten Hund kommt auf uns zurück, denn auch der Hund wird in so einer Beziehung den Menschen instrumentalisieren. In diesem Prozess wird in der Regel komplett aneinander vorbei kommuniziert, was aus der Tatsache heraus zu erklären ist, dass die Kommunikation in dem Konditionierungsprozess nicht beachtet wird, ja sogar versucht wird, Emotionen außen vor zu lassen. Eine wesentliche Dimension in einer sozialen Beziehung ist aber Kommunikation, und somit sind auch Emotionen in allen Prozessen mit unserem Hund immer von Bedeutung. In diesem sozialen Vakuum ist jedoch der Mensch als Bezugsperson nicht wichtig und meist völlig austauschbar. Der Hund hat sich alles selbst beigebracht und braucht den Menschen aus seiner Perspektive eher nicht. Er wird daher nicht sozialer, sondern eher zum Opportunisten. Ich frage mich immer, warum Hunde so trainiert werden. Erziehung kann ich das nicht nennen. Warum gehen wir mit unseren Kindern nicht einen ähnlichen Weg? Wieso erziehen wir sie nicht mit Gummibärchen und Clicker?"

Jan Nijboer, 2009, "vom Welpen zum Familienhund mit Natural Dogmanship", S. 156 ff

 

Februar 2011

Menschen mit psychischen Erkrankungen

wird häufig zur Anschaffung eines Haustieres geraten.
Tatsächlich ist die Zuneigung unserer Katzen und Hunde vorbehaltlos: Wir müssen weder schön, noch erfolgreich, noch gesund sein. Katzen sind großartige "auf-dem-Sofa-Gesellschaft-Leister", sie amüsieren uns mit ihren Kapriolen und ihr Schnurren soll nicht nur beruhigen, sondern sogar gegen Schmerzen helfen. Hunde begleiten uns überall hin. Sie sorgen für regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, schaffen Kontakt zu anderen (Hunde)Menschen und manchmal liefern sie die einzige Motivation, sich überhaupt aus dem Haus zu bewegen.

Katzen wie Hunde sind begabte Empathen: Sie spüren, wenn wir traurig sind. Und ihre Anwesenheit kann tröstlich und hilfreich sein.

Wenn es ein Therapiehund sein soll, sollten allerdings ein paar Punkte bedacht werden:
Traut der Mensch sich zu, seinen Hund langfristig regelmäßig zu versorgen, ihn zu erziehen und für angemessene körperliche und geistige Auslastung zu sorgen? Ist der Mensch stabil genug, auch Krisensituationen (Jagdausflüge, Beißereien, Verletzungen) zu überstehen? Wer springt zuverlässig ein, falls der Mensch überfordert ist oder einen Rückfall erleidet?
Welpen erobern zwar in Sekundenschnelle unser Herz, benötigen aber selbst noch eine Menge Erziehung und Zuwendung. Auch Junghunde oder unsichere Charaktere benötigen eher die Unterstützung ihres Menschen, als dass sie selbst welche bieten könnten.

Ein Hund, der nicht der erträumte pflegeleichte Sonnenschein, sondern vielleicht ein Kläffer ist, oder gar Aggressionen zeigt, liefert seinen Menschen erheblichem sozialen Druck aus. Wenn es in erster Linie darum geht, einen gelassenen Begleiter für lange Spaziergänge zu haben, ist ein älterer souveräner 2. Hand Hund wahrscheinlich eine prima Wahl! Andererseits kann man sich natürlich gegenseitig helfen und aneinander wachsen!

Sofern der Mensch nicht nur hündische Gesellschaft konsumieren will, sondern auch bereit ist, sich auf seinen Hund einzulassen und mit ihm zu arbeiten, sind so ziemlich alle Paarungen denkbar: Wer zum Beispiel könnte einen ängstlichen Hund besser verstehen, als ein Mensch, der selber unter Ängsten leidet?

Wenn es denn ein Welpe sein soll, sollten Rasse, Züchter und Hund sorgsam ausgewählt werden!
Aussies gelten zwar als leicht erziehbar, sind aber auch anspruchsvoll. Jackies sind geborene Clowns, aber auch geborene Kläffer. Labis sind nah am "rundum-sorglos-Paket", sollten aber unbedingt aus einer seriösen Zucht stammen. Und so weiter… Wer sich für den Berner Sennen erwärmen kann, ist wahrscheinlich fein raus…
Bitte fragt Euch nicht nur, was der Hund für Euch tun soll, sondern auch, was Ihr für ihn tun könnt!

 

Januar 2011

Leinenruck

Der Ruck an der Leine zur Korrektur von unerwünschtem Verhalten zählt leider nach wie vor zu den "Klassikern" der Hundeausbildung. Anstatt dem Hund zum Beispiel das manierliche Gehen an der Leine beizubringen wird lediglich das Ziehen bestraft und so bestenfalls Meideverhalten etabliert, jedoch kein Lernerfolg erzielt.
Im täglichen Umgang mit Hunden lässt sich darüber hinaus häufig ein Leinenruck beobachten, der sozusagen automatisiert "verabreicht" wird. Anstatt zum Beispiel das Kommando "sitz" zu geben und nur dann an der Leine zu rucken (wenn mensch es denn für nötig hält) wenn der Hund das Kommando ignoriert, erfolgt der Ruck zeitgleich mit dem Kommando. Der Hund hat keine Chance, die Korrektur zu vermeiden, ganz egal, ob er alles richtig macht oder nicht.

Und nein: Ein Leinenruck macht den Hund nicht einfach nur aufmerksam - es handelt sich um eine grobe Korrektur im Halsbereich! In etwa so, als würde man nicht "Herr Ober!" sagen, sondern den Kellner am Schlafittchen zum eigenen Tisch schleifen.

Geruckt wird in allen Lebenslagen: Wenn er zieht, wenn er springt, wenn er kläfft und manchmal - so scheint es - einfach weil der Mensch sich in Erinnerung bringen möchte. Mal ehrlich: Wenn das helfen würde, würde man nicht stets und ständig Menschen rucken sehen, oder?
Abgesehen von der Sinnlosigkeit des Tuns, hat die gewohnheitsmäßige Ruckerei auch gesundheitliche Konsequenzen für die Hunde: "Probleme an der Wirbelsäule, besonders im Bereich von Kopf bis Brust, bis hin zu Bandscheibenverschiebungen. Außerdem kann es zu Quetschungen und Reizungen an Kehlkopf und Schilddrüse kommen. Das Einengen von Luftröhre und Kehlkopf führt zu einer Sauerstoffunterversorgung des Gehirns. Bei einem 30 Kilo schweren Hund, der mit 3,6 km/h in die Leine rennt, entsteht die gleiche Wucht wie bei einem nur 0,5 Kilo schweren Gegenstand, der aus drei Meter Höhe aufschlägt. All diese Faktoren erhöhen den Stress, was in einer Lernsituation kontraproduktiv ist." (aus: dogs, November-Dezember 2010)

Im Idealfall dient die Leine nur zur Dekoration und dazu, das Ordnungsamt glücklich zu machen!

 

Chlorophylltabletten

Tip von Doro: Chlorophylltabletten lassen Hündinnen während der Läufigkeit weniger hinreißend duften und ermöglichen Spaziergänge ohne von verzückten Rüden verfolgt zu werden.

 

Dezember 2010

Liebe Hundefans,

hier noch zwei Tips für den Wunschzettel:

Günther Bloch und Elli H. Radinger Wölfisch für Hundehalter

Bloch räumt mit diversen "Weisheiten" über den Wolf auf. Und vor allem damit, welche Konsequenzen diese angeblich für das Zusammenleben mit Hunden haben. An der einen oder anderen Stelle war ich schon geneigt "Ja, aber…" zu sagen (und ich meine nicht die Stellen, wo er über Hundetrainer lästert!), aber insgesamt ist es ein informatives und sehr unterhaltsames Buch.

Clarissa von Reinhardt Das - unerwünschte - Jagdverhalten des Hundes

Geht es um das Jagdverhalten unserer Hunde, wird schnell vergessen, dass die Jagd zur "Grundausstattung" eines jeden Hundes gehört. Und bei kaum einem unerwünschten Verhalten sind Menschen so schnell bereit, ihren Hund zu ihrer eigenen Bequemlichkeit durch Sprüh- oder Stromhalsbänder zu traumatisieren. Clarissa von Reinhardt verharmlost Jagdverhalten keineswegs, zeigt aber dennoch gewaltfreie Trainingsmöglichkeiten auf. Ein Buch, das uns sehr gefallen hat!

Auf dem Wunschzettel der Fellnase ist noch Platz?

Vielleicht ein guter Moment für das richtige Halsband:
Halsbänder sollten mindestens die Breite von eineinhalb Halswirbeln aufweisen, damit bei sachgemäßer (kein regelmäßiges Leinenrucken!) Führung keine Schäden entstehen können. Bei einem Hund vom Format eines Cockerspaniels wären das mindestens zwei bis drei Zentimeter, bei einem Schäferhund eher vier bis fünf Zentimeter Breite. Außerdem sollte das Halsband flach sein, damit es nicht einschnüren kann, und es sollte sich auf keinen Fall ohne Begrenzung zuziehen können.
(aus: dogs, November-Dezember 2010)

 

Oder für ein Rezept, das Sabine probegebacken und Oskar mit großem Vergnügen getestet hat:

Käseknusperli

100g gehackte Mandeln
100g grob gehackte Haselnüsse
150g geriebener Emmentaler oder Bergkäse
4 Eier 550g Buchweizen- oder Dinkelmehl
1Eßl. Honig

Mandeln und Nüsse in einer beschichteten Pfanne ohne Fett hellbraun rösten. Auskühlen lassen.
Anschließend mit den restlichen Zutaten zu einem geschmeidigen Teig verkneten.
Evtl. etwas Wasser oder Mehl zufügen, je nachdem wie feucht oder trocken der Teig ist.
Ofen auf 160°C vorheizen.
Backblech mit Backpapier auslegen. Teig ca. 1cm dick ausrollen und in ca. 2 x 5 cm große Stücke schneiden. 1 Std. backen und anschl. 1 Std. im ausgeschalteten Ofen nachtrocknen lassen.
In einer Papiertüte oder Leinensäckchen aufbewahren. Haltbarkeit: ca. 4 Wochen.

 

November 2010

Liebe Hundefans

meine Begeisterung für Mantrailing als Beschäftigungsform ist ganz sicher niemandem entgangen…
"Ernsthaftes" Mantrailing in Form von Realeinsätzen kommt für Oskar und mich nicht in Frage. Und für Prüfungen fehlt es zumindest mir an Ehrgeiz. Trotzdem möchte ich "gewissenhaft" arbeiten. "Alles nicht so wichtig, ist ja nur zum Spaß" ist dann auch wieder nicht mein Ding.

Ein Problem beim Mantrailing besteht darin, dass die Hunde - wenn sie erst einmal begriffen haben, was sie tun sollen - es zunächst von selber können. Unter großem Hallo läuft man immer längere Trails, baut immer mehr Schwierigkeiten ein, feiert einen Erfolg nach dem anderen und das geht tatsächlich erstaunlich lange gut. Irgendwann stagniert man dann allerdings, oder es wird sogar schlechter, man drömmelt nur noch rum und weiß nicht mal, woran es liegt.

Der Workshop mit Sabine Ditterich kam für Oskar und mich genau zum richtigen Zeitpunkt!
Eigentlich ist es nämlich ganz einfach: Bring Deinem Hund bei, Dir zu signalisieren, wenn er ein Problem hat. Habe dann eine Lösung in der Tasche, die ihn so schnell zum Erfolg führt, dass er Problemlösungsstrategie und Erfolg miteinander verknüpfen kann. Wenn er das Prinzip verstanden hat und die Strategie selbst anwenden will, lass ihn. Baue das Training in so kleinen Schritten auf, dass Du sicher sein kannst, dass Dein Hund alles richtig verknüpft. Zeige Deinem Hund, dass Du gute Ideen hast, aber mach ihm niemals vor, Du wüsstest, wo die Spur ist. Wie gesagt: Ganz einfach…

Danach hat Mensch und Hund gleichermaßen der Kopf geraucht. Gleichzeitig war das Wochenende sehr entspannt und unterhaltsam und hat großen Spaß gemacht.

 

Oktober 2010

Liebe Hundefans,

frisch motiviert durch einen Themenabend bei Jan Nijboer und voll von guten Vorsätzen bin ich ausgezogen, gemeinsam mit meinem Hund Abenteuer zu erleben und jagdliche Interessen zu verfolgen.
Unter anderem hatte ich eine Stelle im Eifgen ausgesucht, an der man den Bach überqueren kann indem man über einen umgestürzten Baum balanciert. Da ich selbst mich bei solchen Kunststücken gern vornehm zurückhalte, wollte ich ganz geschickt den Futterbeutel über den Bach werfen und Oskar dann über den Baum schicken. Natürlich kam's, wie's kommen musste: Der Futterbeutel flog im hohen Bogen in den Bach und verhedderte sich etliche Meter weiter am Ufer. Am gegenüberliegenden, versteht sich. Und keine Begeisterung dieser Erde konnte meinen wasserscheuen Hund dazu bewegen, sich in diese reißende Flut zu stürzen…

Erstens war der Futterbeutel noch ziemlich neu und zweitens wollte ich meinem Hund ja auch kein Frusterlebnis bescheren. Notgedrungen hab ich die Wanderschuhe ausgezogen, die Hosenbeine hoch (sehr hoch!) gekrempelt und bin meinerseits losmarschiert, was zu völlig neuem Verständnis für meinen Hund geführt hat. Das war tatsächlich ziemlich tief, unangenehm steinig und hatte eine ganz ordentliche Strömung! Dennoch ist es mir mit Müh und Not gelungen, unsere Beute zu bergen, ohne dabei ins Wasser zu fallen.

Wer nun aber meint, Oskar sei von meinem Heldinnentum wenigstens gebührend beeindruckt gewesen, irrt leider.
Dafür war mein eiriges Gestakse offenbar nicht souverän genug…

 

Der Sommer ist zwar schon wieder rum - trotzdem ein paar Tips zum Thema Getränke

Bei Hunden - sollte Mensch meinen - läuft noch alles ganz natürlich und die wissen schon selber, wie viel sie trinken müssen, im Sommer, aber auch in Belastungssituationen.
Trotzdem haben viele Hundehalter den Eindruck, dass ihre Lieben eben nicht genug trinken.
Für diese Fälle gibt es den einen oder anderen "Beschleuniger":
* Ungewürzte Fleischbrühe:
Hähnchenbrust oder auch Beinscheiben bzw. Markknochen abkochen und die abgekühlte Brühe anbieten
* Hunde "Lassi":
Einen Esslöffel Joghurt unter das Wasser rühren
* Schorle:
Dem Wasser einen Teil Apfel- oder Karottensaft zugeben

Obacht: Je nachdem, was geboten wird, trinken die Hunde tatsächlich "über den Durst" und sollten dementsprechend häufiger nach draußen gelassen werden!

 

Und - wie versprochen / angedroht - die Fortsetzung der Reihe "Trainingsmittel": Easy Walk Erziehungsgeschirr

Beim Easy Walk ist die Leine zweigeteilt und führt vom Brustkorb aus unter den Achseln des Hundes hindurch. Im Nacken des Hundes kommen die beiden Stränge wieder zusammen. Kommt Zug auf die Leine, wird das Gewebe unter den Achseln gequetscht, wodurch dem Hund Schmerzen zugefügt werden.
Natürlich gibt es Achselschoner… Wer diese Schoner allerdings mit den gut gepolsterten Geschirren vergleicht, die wir unsere Hunde ansonsten tragen lassen, und bei denen wir selbstverständlich darauf achten, dass diese empfindliche Region eben nicht gereizt wird, kann sich in etwa vorstellen, wie schonend diese Form des Geschirres ist.

Ein nicht leinenführiger Hund wird durch das Easy Walk auch nicht lernen, manierlich an der Leine zu gehen, es wird bestenfalls gelingen, Meideverhalten zu etablieren. Damit unterscheidet dieses "Erziehungs"geschirr sich in nichts vom Würge- oder Stachelhalsband - es sieht halt nur nicht so martialisch aus…

 

September 2010

artgerecht & fair proudly presents: GUIDANCE!

Guidance (Führung, Anleitung) ist eine Mischung aus Agility und Einweisen.
"Einweisen" kommt aus dem Retrievertraining und gehört zu den fortgeschrittenen Formen des Apportiertrainings: Der Hund hat "die Ente nicht fallen sehen" und wird vom Menschen aus der Distanz zur Beute dirigiert. Hierzu erlernt der Hund Kommandos wie "voran", "stop", "rechts", "links" etc..
Beim Guidance läuft der Mensch nicht mit, sondern dirigiert seinen Hund über Hindernisse aus dem Agility-Parcours zur Beute. Jeder Lauf ist anders, die Kombinationsmöglichkeiten sind selbst mit wenigen Geräten enorm!

Guidance
* lastet Hunde sowohl geistig als auch körperlich aus.
* fördert die intensive Kommunikation zwischen Mensch und Hund.
* fördert die Distanzkontrolle.

Entwickelt haben wir Guidance, weil Oskar sowohl am Einweisen, als auch an Agility Spaß hat, man aber für beides viel Platz bzw. viel Equipment braucht. Wir wollten eine Beschäftigungsform, die viele Trainingsvarianten bietet, sich aber auch mit wenig Raum und Aufwand realisieren lässt. Kurz: Für die man nicht an Termine, Orte und Kurszeiten gebunden ist!

 

Bergwandern II

Benimm am Berg

In der Nähe von Kühen, Ziegen, Schafen oder generell von bewirtschafteten Gehöften sollte der Hund angeleint werden - und sei es nur, um dem Hirten / Senn zu signalisieren, dass er unter Kontrolle ist.
Hunde, die rasch mal in den Karnickelstall oder nach den Hühnern schauen, machen sich und uns keine Freunde!

Idealerweise hat der Hund viele andere Tierarten kennen gelernt und neigt nicht dazu, diese zu verbellen.
Obacht: Junge Rinder sind neugierig und neigen dazu, verunsicherte Hunde zu verfolgen!

Oskar ist als Junghund einmal von jungen Rindviechern, die das sehr lustig fanden, bedrängt worden, und hat seitdem Stress, wenn Kühe ihn fixieren oder womöglich auf ihn zukommen. Ihm hilft es, wenn er in heiklen Situationen seinen Futterbeutel tragen darf. Und wenn es ganz eng wird, ist es ein Job für "Superthomas"!
Heißt: Thomas geht auf die Kühe zu und bremst oder verscheucht sie, während ich mich mit Oskar davonmache.

Auf Weiden oder Heuwiesen sollte auf keinen Fall Hundekot hinterlassen werden! Es gibt Kotbeutel aus Papier, die zwar vom Handling her nicht allzu komfortabel sind, die man aber problemlos auf dem nächsten Misthaufen entsorgen, oder aber im Wald vergraben kann.