Iris Blitz

 

Tiere haben in meinem Leben immer eine wichtige Rolle gespielt. Ich erinnere mich noch heute, wie mein Großvater mir beigebracht hat, Schwäne aus der Hand zu füttern (damals war ich auch nicht größer als der Schwan): Das Stück Brot anbieten, den Arm schön lang machen und dann ruhig bleiben und abwarten. Die Eichhörnchen waren längst nicht so respekteinflößend wie die Schwäne, aber man brauchte viel mehr Geduld, bis sie sich die Nuß holten. Bei den Ponies galt es, die Hand beim Füttern schön flach zu machen damit meine Finger heil blieben. Heute weiß ich, dass man Tiere nicht einfach füttern soll und darf - als Kind war ich fasziniert. Und habe mitgenommen, dass ich mich um Tiere bemühen muss und dass sie meinen Respekt verdienen.

Auf einem Bauernhof habe ich meine ersten Reitstunden bekommen und dort vor allem eines gelernt: "Das Pferd hat nie Schuld!". Seitdem weiß ich auch, wie eine Kuh angemolken wird und wie man ein Kalb mit den Fingern führen kann…

Für ein eigenes Pferd hat es nie gereicht, aber ich habe weite Teile meiner Teenagerzeit in Ställen verbracht… Und ich hatte Kater Balu, der mich 13 Jahre lang begleitet hat.

Trotzdem ist aus mir keine Tierärztin oder Zoologin geworden, sondern zunächst einmal eine Betriebswirtin. Das Bedürfnis, mit Tieren zu leben, war ungebrochen, meine Möglichkeiten allerdings beschränkt, da mein Beruf mir nicht die Zeit ließ, mich zum Beispiel verantwortungsvoll um einen Hund zu kümmern. Und so sind Tita und Nini bei uns eingezogen. Straßenkatzen, unterernährt, krank und traumatisiert. Wir fanden, wenn es diesen Katzen bei uns besser ginge als in ihrem bisherigen Leben, dann sei das zwar nicht optimal aber immerhin okay. Von diesen beiden habe ich viel über den Umgang mit traumatisierten Tieren gelernt. Und über die Grenzen dessen, was sich mit Tierliebe, gutem Willen und Geduld erreichen lässt. Die Schmusekatzen, die wir uns gewünscht hatten, sind sie leider nie geworden, aber wir würden sie nicht wieder hergeben und bemühen uns sehr, ihnen das Leben bei uns so angenehm wie möglich zu machen.

Erst Jahre später habe ich den Entschluss gefasst, die Beschäftigung mit Tieren zu meinem Lebensinhalt zu machen. Der erste Schritt war das Studium der Tierpsychologie (Akademie für Tiernaturheilkunde, Schweiz). Der zweite die 18-monatige Ausbildung zur Hundetrainerin.

Während der Ausbildung stieß Australian Shepherd Oskar im Alter von 8 Wochen zu unserem "Rudel". Von und mit ihm habe ich eine Menge gelernt: Über Geduld und Konsequenz, über Grenzen (seine und meine) und über die Schwierigkeit, ein interessanter Partner für einen anspruchsvollen Hund zu sein. Oskar hatte nie den Ehrgeiz, ein pflegeleichtes Exemplar seiner Art zu sein und hat so seinen Job als mein "Personal Trainer" gefunden.

Seit 2007 arbeite ich als selbständige Hundetrainerin.
Seit 2009 sind mein Mann Thomas und ich
"artgerecht & fair".