Mantrailing

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Jeder Hund ist in der Lage, eine Spur zu verfolgen, also kann auch jeder Hund das Mantrailing - die Suche nach einer bestimmten Person - erlernen. Verfolgt der Hund von sich aus eine Spur, zum Beispiel die einer Maus, oder die eines Artgenossen, tut er dies aus eigenem Interesse und lässt sich gegebenenfalls von anderen interessanten Düften auch wieder davon ablenken. Erscheint ihm die ganze Sache zu schwierig, oder verliert er die Spur ganz, sucht er sich eine andere Beschäftigung.

Beim Mantrailing muss der Hund zunächst einmal lernen, dass auch der Duft eines beliebigen Menschen für ihn von Interesse sein kann und die Verfolgung genau dieser Spur sich für ihn lohnt. Dies erreicht man durch so genannte Funtrails: Kurze, einfache Suchen, bei denen die zu suchende Person sich mit großem Hallo vom Hund verabschiedet und vor seinen Augen davonläuft. "Findet" er die Person, wird er überschwänglich gelobt und belohnt.

Im weiteren Training wird die Verabschiedung schrittweise abgebaut und der Hund lernt, die Spur anhand eines präsentierten Geruchsartikels (z.b. getragenes T-Shirt) aufzunehmen. Mit zunehmender Übung können Schwierigkeiten wie zum Beispiel Wegkreuzungen oder Trails in Wohngebieten eingebaut werden.

Die größte Schwierigkeit besteht hierbei darin, dass sozusagen ein Blinder einen Sehenden führen muss: die Duftspur, die ein Mensch hinterlässt, muss durchaus nicht exakt dort sein, wo er entlanggegangen ist! Ein Teil, die so genannte leichte Spur, kann vom Wind oder einem vorüberfahrenden Auto weggewirbelt werden. Wo genau sie sich befindet, weiß nur der Hund. Trotzdem ist es der Mensch, der den Hund führt und ihm Hilfestellung bieten muss, falls er sie braucht.

Dazu muss jeder Hundeführer lernen, seinen Hund sehr genau zu "lesen" um zu wissen, wann und in welcher Form Hilfe erforderlich ist. Hilfe zum falschen Zeitpunkt vermittelt dem Hund, er habe einen Fehler gemacht, und kann dazu führen, dass er sich nicht mehr auf seine Nase verlässt, sondern sich am "Besserwisser" Mensch orientiert. Über- aber auch Unterforderung können die eingangs aufgebaute Motivation wieder verpuffen lassen.

Verläuft das Training jedoch erfolgreich, wachsen Hund und Mensch an ihren Aufgaben! Sogar der "Mißerfolg" steht dann irgendwann auf dem Trainingsprogramm: Beim Negativ lernt der Hund, dem Menschen anzuzeigen, wenn der gesuchte Duft an einem Ort nicht vorhanden ist (die Person war nicht hier), oder die spur endet, weil die Person zum Beispiel in einen Zug gestiegen ist.

Mantrailing verlangt nicht nur dem Hund, sondern auch seinem Menschen eine Menge ab: Wer über die Phase der reinen Funtrails hinauskommen möchte, kommt um ein gewisses Maß an theoretischer Schulung und eigenem praktischen Engagement nicht herum. Das Training erfolgt in der Regel in Gruppen. Idealerweise wird für jedes Training ein neues Gelände ausgewählt und für jeden Hund eine Spur vorbereitet, die seinem Trainingsstand entspricht. Die "vermissten" Personen sollten nicht jedes Mal die selben sein und jedes Mensch-Hund-Team benötigt eine Begleitperson, die das Team sichert (z.B. im Straßenverkehr) und unterstützt. Auch wer gerade nicht seinen Hund führt, hat also eine Menge zu tun. In vielen Gruppen wird das Training auch reihum organisiert.

Der Lohn ist eine völlig andere Zusammenarbeit mit dem eigenen Hund: Ganz zu Anfang darf der Mensch noch ein Kommando geben, danach wird tatsächlich im Team gearbeitet! Durch das "Lesen" des Hundes entsteht ein tieferes Verständnis zwischen Mensch und Hund. Und der Mensch gewinnt einen ganz neuen Respekt vor seinem pelzigen Kumpel und dessen Fähigkeiten.