Ruhe

 

Wer würde sich nicht einen ruhigen und ausgeglichenen Hund wünschen?

Im Wolfsrudel oder (wie wir inzwischen wissen) in der Wolfsfamilie orientieren sich die Jungtiere an den Erwachsenen, da diese über Erfahrung verfügen, besonnen und clever sind. Auch Hunde sind in der Beziehung zu ihrem Menschen durchaus bereit, sich an diesem ein Beispiel zu nehmen. Was für ein Beispiel mag jedoch ein Mensch bieten, der seinen Hund anbrüllt, dieser möge ruhig sein?

Gelassene Hunde brauchen gelassene Menschen!

Bei uns gelten für Mensch und Hund dieselben Bedingungen: Im Training dürfen die Menschen ruhig einen Moment lang überlegen "wie das noch gleich ging". Auch wenn sie nicht drauf kommen, werden sie nicht geschubst oder angeschrieen. Nicht mal dann, wenn sie's komplett falsch machen!

Wir bemühen uns sehr, unser Training so aufzubauen, dass die Menschen verstehen, warum sie etwas so und nicht anders machen sollen. Wir unterteilen komplizierte Übungen in kleine Schritte und probieren das Führen des Hundes ggf. zunächst einmal mit einem menschlichen "Opfer" aus. Wir wünschen uns eine entspannte Trainingssituation, in der die Menschen sich sammeln und konzentrieren können. Manche Übung geht trotzdem komplett in die Hose. Dann gilt: Tief Luft holen, lächeln, sammeln, noch mal versuchen.

Und genau so möchten wir auch die Hunde behandelt wissen!
Unter Druck / Stress, womöglich von Ängsten geplagt, zu lernen, ist ungeheuer schwer - das gilt für Menschen wie für Hunde. Dazu kommt: Ein Mensch, der schon bei einem Trainingsfehler die Fassung verliert, kann in einer Krisensituation kaum ein Vorbild für seinen Hund sein. Um einem Hund in einer stressigen Situation Sicherheit zu vermitteln reicht es eben nicht, sich genau dann in die Brust zu werfen und mutig voranzuschreiten. Nicht wenn man sonst wegen jeder Kleinigkeit ausflippt…

Wir unterstützen Menschen darin, ihren Hunden Gelassenheit vorzuleben.

"Tun Sie doch endlich mal was!"
Menschen, deren Hund unerwünschtes Verhalten (z.B. Verbellen von fremden Menschen / anderen Hunden) zeigt, stehen unter einem enormen sozialen Druck, sie sind aufgefordert und schwer in Versuchung, das lästige Verhalten "abzustellen" - mit welchen Mitteln auch immer. Der Hund hat in solchen Momenten seine Fassung bereits verloren. Ein Mensch, der jetzt seinerseits um Ruhe brüllt, an der Leine reißt oder mit Gegenständen wirft, dokumentiert auch nur die eigene Hilflosigkeit.

Wir schaffen Trainingssituationen, in denen Mensch und Hund in kleinen Schritten lernen, heikle Momente gemeinsam souverän zu bestehen.

Noch mehr Ruhe
Unser Umgang mit unseren Hunden hat sich in den letzten 20 Jahren stark verändert: Vom Nutztier über den Familienhund, der "so mitläuft" zum "Lebenspartner Hund", "Kindersatz Hund", "Projekt Hund". Schon Welpen benötigen einen Terminkalender (Spielgruppe, Welpenkurs, Abarbeiten der Sozialisierungsliste etc.) und es hat sich unterdessen herumgesprochen, dass alle Hunde (besonders aber bestimmte Rassen) enorm viel Beschäftigung brauchen. Und Bewegung sowieso! Dass Welpen vor allem viele Ruhephasen benötigen um die ganzen Eindrücke auch zu verarbeiten, dass ein Zuviel an Bewegung einfach nur zu einem übertrainierten Hund mit (womöglich) kaputten Gelenken führt, und ein Übermaß an Beschäftigung den Hund nicht ruhiger, sondern erst recht "wuschig" macht, gerät dabei häufig aus dem Augenmerk. Für uns selber akzeptieren wir, dass das Leben keine ununterbrochene Party, sondern manchmal einfach langweilig und doof ist. Und wir wissen um die Wichtigkeit von Ruhe- und Entspannungsphasen. Das kann ebenso gut für unsere Hunde gelten!

Zu unserem Training gehört daher immer auch Abschalttraining (zur Ruhe kommen in aufregenden Situationen) sowie der Aufbau von Frustrationstoleranz.