Thomas Fritze

 

Ehrlich gesagt, ich hatte nie vor, mit Hunden zu arbeiten. Ich habe mir nicht einmal einen eigenen Hund gewünscht…

Als meine Frau mit ihrer Ausbildung begann, habe ich mehr über Hunde erfahren, als ich je wissen wollte: Abend für Abend wurde mir detailliert und vor Begeisterung glühend Bericht erstattet. Bei jedem Spaziergang gab es Hunde zu sehen, Rassen zu erraten und Verhalten zu deuten. Seit dieser Zeit jogge ich sehr viel entspannter, da ich die Hunde, denen ich begegne, besser einschätzen kann und auch weiß, was ich meinerseits tun kann um Schwierigkeiten vorzubeugen.

Dann kam Oskar und ich war (auf)gefordert, zumindest Trainer dieses Hundes zu sein. Nicht er musste die Grundkommandos erlernen, sondern ich: Das richtige Kommando mit dem richtigen Handzeichen im richtigen Moment - loben - und auflösen! Und - viel schwieriger: Ich musste lernen, Oskar jederzeit Sicherheit, Führung und Orientierung zu bieten.


Früher dachte ich, Hunde werden erzogen und diese Erziehung "ruft der Mensch dann ab". Durch Oskar habe ich gelernt, dass es nicht um Er- sondern um Beziehung geht. Er ist eine Persönlichkeit, seine Beziehung zu mir ist anders als die zu meiner Frau, wir haben eigene Spiele, eigene Rituale, eigene Konflikte. Aber die Verantwortung - für sein Wohlergehen und auch für sein Wohlverhalten - liegt letztlich bei mir.

Sofern mein Hauptberuf (ich bin Musiker) es zuließ, habe ich meine Frau bei Ihrer Arbeit begleitet. Zunächst als Welpenzaunaufsteller und Testperson: Ich war Jogger, entgegenkommender Hundehalter und Übungsobjekt für Hunde, die aggressiv gegen Männer waren. Und je mehr ich mich damit befasst habe, desto mehr hatte ich das Bedürfnis, meine Erfahrungen weiterzugeben. Und so ist mit "artgerecht & fair" ein "Familienunternehmen" entstanden - bestehend aus Iris, Oskar und mir.

A Tickle In The Heart

Aap Futü